Waldhotel Davos – ein Wochenende mit Thomas Mann

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{Pressereise – Werbung für das Waldhotel Davos}

Waldhotel Davos –

ein Wochenende mit Thomas Mann

Manchmal im Leben schließt sich der Kreis auf eine so wunderbare Weise, so perfekt, dass es schon fast unwirklich ist…

Aber fangen wir am Anfang an!

Auf zum Zauberberg!

Es gibt Mails, die zaubern einem nicht nur ein Lächeln ins Gesicht, nein, sie geben auch auf eine Art Sinn…so auch die Einladung von Maria und Bardhyl Coli ins berühmte Waldhotel in Davos.

Das Waldhotel Davos ist nicht einfach nur ein Waldhotel in Davos. Es ist DAS Zauberberg Hotel! Für mich als Thomas Mann Fan vermutlich DER Ort seines Schaffens, denn den „Zauberberg“ kennt einfach jeder, oder?

Thomas Mann und ich

In der Schule schon war ich begeistert vom Mikrokosmos des Sanatoriums , in dem Frau Mann zur Kur war und das ihrem Gatten Inspiration für den berühmten Roman bot. Später, lange nach der Schulzeit habe ich die Forschung von Inge und Walter Jens verfolgt und mich immer mehr mit Frau Mann, der Münchnerin Katharina Pringsheim, befasst. Eine Buchempfehlung ist „Frau Thomas Mann“, Das Leben der Katharina Pringsheim, erschienen 2003 bei Rohwolt. An sie und ihre scharf analytischen Betrachtungen der Kinder Erika, Klaus, Golo, Monika, Elisabeth und Michael muss ich heute oft denken, wenn Eltern ihre Kinder gerne für hochbegabt erklären möchten….

Frau Mann und wie alles begann

Aber zurück nach Davos: tatsächlich war Frau Mann nicht wirklich schwer krank und sie hatte keine Tuberkulose, wie es oft heißt, sondern einen Lungenspitzenkatarrh, wie man später an Aufzeichnungen der Ärzte feststellen konnte.

Die Familie konnte es sich leisten, sich  zur „Liegekur“ ins noble Haus von Dr. Friedrich Jessen zu begeben und so war sie eine der ersten Patientinnen des 1911 eröffneten Waldsanatoriums. Das kleine Bergdorf Davos entwickelte sich in diesen Jahren zu einem weltbekannten Luftkurort und das Waldsanatorium genoss neben der „Schatzalp“, als einzige Unterkunft den Luxus von fließendem Wasser. Heute führt der Thomas Mann Weg vom Waldhotel Davos zum Hotel „Schatzalp“, unbedingt empfehlenswert!

„In Davos, da ist die Intelligenz!“

Frau Mann zog also ins Sanatorium, Thomas Mann quartierte sich gegenüber ein – so hatte er seine Gattin den ganzen Tag im Blick…vor allem, da man bei einer Liegekur die meiste Zeit draußen auf den Balkonen verbrachte. Nicht alle Gäste konnten sich solche Zimmer leisten, daher gab es auch eine „öffentliche“ Terrasse genau da, wo man heute im Speisesaal an den Fenstern sitzt.

Den Ausblick von Katja Mann? Aber ja!

Seine Frau aber hatte DEN Blick, den wir an unserem Wochenende auch genießen konnten und der uns Dank des herrlichen Wetters schon am Ankunftstag den Atem raubte: ganz Davos zu Füßen, die strahlende Bergwelt als Kulisse, einfach traumhaft!

„Nach der Entdeckung von Streptomycin und der Entwicklung von Medikamenten gegen Tuberkulose ging die Epoche der Kuranstalten Anfang der 50er-Jahre jäh zu Ende. So wurde das Haus 1957 zum Hotel ausgebaut und wandelte sich rasch zu einer Oase für Erholungssuchende. Heute erstrahlt das Viersterne-Superior-Haus, das sich bereits seit der Eröffnung im Besitz der deutschen Familie von Gemmingen befindet, nach diversen Um- und Anbauten in neuem Glanz und begeistert seine Gäste mit einer perfekten Symbiose von historischen Elementen, modernen Materialien und persönlichem Service.“

Medizinisch sinnvoll oder Profit pur?

Die Kuren von damals sind heute umstritten, manche bezeichnen sie sogar als reine Geldmacherei. Ob man zum Beispiel mit der vielen Milch, die literweise pro Tag getrunken wurde, eher noch mehr Bakterien abbekam, oder ob sie half – wer kann das schon sagen. Tatsache ist, dass die mit viel Ruhe und viel Essen (und Trinken, nicht nur Milch, sondern auch Wein und Cognac wurden gereicht) verbundenen Aufenthalte vielen Patienten gut taten und dem Ort eine bis heute andauernde Berühmtheit bescherten.

Her mit dem Glanz alter Zeiten!

Im Waldhotel Davos jedenfalls spürt man den Geist dieser alten noblen Zeit in jeder Ecke, wurde es doch aufwändig und nach den Original-Vorlagen von den Schweizer Top-Architekten Pia Schmid und Hans-Jörg Ruch renoviert. Die Möbel in der Bar und den Restaurants wurden nachgebaut, die Beleuchtung und die Decken sind zum Teil original. Und so heißt es zum Speisesaal:

„Die original Kassettendecke aus dem Jahr 1911 und der geschlossene Rundbogen, welcher damals die offene Sonnenterasse zierte, lassen die Zeit für einen Moment stillstehen.“

Zu all dem Glanz vergangener Epochen kommt ein Spabereich, der das einzige Sole-Hallenbad in Davos zu bieten hat, daneben Massagen und einen Fitnessbereich – übrigens alles ganzjährig geöffnet, auch in den Monaten, in denen das Waldhotel geschlossen hat.

Restaurant Mann & Co.

Was wir leider nicht testen konnten, war das mit15 Gault Millau Punkten ausgezeichnete  Wein-Restaurant Mann und Co.  – da wir am letzten Wochenende der Saison da waren, war es leider bereits geschlossen. So aber kamen wir in den Genuss der Halbpension, die im Waldhotel ganz besonders gereicht wird: aus den Vorspeisen, Hauptgängen, Dessert oder Käse wählt der Gast, was er mag. Und SO OFT er mag! Am Freitag haben wir uns noch vornehm zurückgehalten, am Samstag Abend aber die ganze Karte probiert. Und ich muss sagen, es schmeckt nicht nur hervorragend, sondern ist auch was das Preis-Leistungsverhältnis ein unschlagbares Angebot.

Mein Resümee zum Waldhotel Davos

jenseits meiner Thomas Mann Euphorie:

Das Wochenende war ein Mama-Tochter-Ausflug, ich wurde mit Begleitung eingeladen und wir machten einen Mädelstrip draus.

Entspannen von Anfang an

Bereits bei der Ankunft fühlt man sich entspannt: an der Rezeption gab es ein Gläschen zur Begrüßung, erste Informationen zum Hotel und der Umgebung. Wir haben uns sofort willkommen gefühlt, danke dem Team dafür, es ist nicht selbstverständlich, sich so viel Zeit zu nehmen.

Schon alleine die Tatsache, dass man sich gemeinsam hinsetzt und nicht alles schnell im Stehen erledigt – das ist Relaxen von der ersten Minute an!

Der bezaubernde Zauberberg

Seit seiner Eröffnung im Jahre 1911 befindet sich das heutige Waldhotel Davos im Privatbesitz der deutschen Familie von Gemmingen. Das Hotel besticht natürlich durch seine unglaubliche Lage und die noch unglaublichere Aussicht.  2006 wurde das Haus um eine 5. Etage erweitert und so entstanden zehn neue Junior-Suiten und Suiten mit raumhohen Panoramafenstern und großen Südbalkonen. Wir hatten eine solche Junior-Suite mit Südbalkon, die einfach traumhaft war, riesig und auf zwei Ebenen ausgestattet mit allem, was man braucht – vor allem mit superbequemen Matratzen, was ich persönlich sehr schätze. Das oben liegende Bad ist zur Südseite (also zum großen Balkon hin) verglast, sodass man selbst beim Zähneputzen die Aussicht genießen kann. Überhaupt ist das elektrische Öffnen der Vorhänge am Morgen ein magischer Augenblick, so als öffnet man den Vorhang in der Oper und gibt eine Kulisse frei, die einen einfach glücklich macht!

Auf allen Etagen befindet sich ein kleiner Snackbereich mit Getränken und Obst und im 5. Stock eine öffentliche Terrasse mit Blick nach Davos.

Fitness & SPA

Der SPA-Bereich ist picobello, die Massagen perfekt und das Personal unaufdringlich, freundlich und immer da, wenn man einen Wunsch hat. Die Halbpension, wie ich sie oben beschreiben habe, finde wirklich genial, so kann man sich durch alles probieren! Einen Eindruck aus dem Restaurant Thomas Mann findest du bei Dorothee Beil von Bushcook, sie war letztes Jahr im Waldhotel zu Gast.

Kulinarisches

Das Frühstück ist regional, es gibt besten Schweizer Käse, warme Speisen werden auf Wunsch zubereitet, die Brotauswahl ist riesig, die Säfte frisch gepresst, der Kaffee duftet, der Tag kann kommen!

Der Weinkeller und der Verkostungsraum sind sicher eines der Highlights, denn bei der Renovierung hat man aufgrund der freigelegten Fliesen festgestellt, dass Dr. Jessen hier eine Art OP-Raum hatte. Die Büste des sehr düster dreinschauenden Arztes sieht heute den Gästen bei der Weinprobe zu…

Das Original Krankenzimmer

Und dann natürlich DER Raum, den man sich nicht entgehen lassen sollte: ein original erhaltenes Sanatorium-Zimmer, das man besichtigen kann und unbedingt MUSS! Mit den alten Möbeln, dazu ausgestattet mit Gerätschaften wie einem Lungenvolumenmesser, Inhalator und original Utensilien von damals, Und einem Waschbecken, damals war es DER Luxus schlechthin!

Was wir so gemacht haben ...

Da das Wetter so traumhaft war, haben wir am Freitag einen Spaziergang oberhalb des Hotels gemacht. Eigentlich wollten wir, wenn ich ehrlich bin, am liebsten das Hotelzimmer mit der Wahnsinns-Aussicht nicht verlassen, aber nach der langen Autofahrt mussten wir mal raus. Am Samstag nach der Hotelbegehung mit Maria Coli machten wir einen Ausflug nach St. Moritz und er hat das Wochenende perfekt gemacht! Wobei es weniger St. Moritz war, wo bereits die Leere nach der Schisaison begonnen hat, sondern der Weg über den Julierpass. Der Julierpass ist 2284 m hoch und verbindet Graubünden und das Engadin. Nur falls euch mal jemand fragt…Die Engadiner Nusstorte haben wir natürlich probiert!

Der Julier-Pass bei Kaiserwetter

Es war unbeschreiblich schön, der Himmel strahlend blau, die Berge wie aus einem Film, glänzend im Sonnenschein, fast unwirklich fühlte es sich dort oben an. Und so saßen wir sicher eine Stunde auf der Terrasse und konnten uns nicht satt sehen an dem Wintermärchen, dass wir gerade so noch erleben konnten! Denn eigentlich sollte ich letztes Jahr schon kommen, da fand ich aber keinen Termin…und auch dieses Jahr quasi auf den letzten Drücker! Und was hätten wir verpasst…

Rhätische Bahn 

Wer länger da ist, dem empfehle ich eine Fahrt mit der Rhätischen Bahn, dem Bernina Express, von der Schweiz nach Italien – auch als die spektakulärste Alpenüberquerung unter dem Motto „Von den Gletschern zu den Palmen“ bezeichnet. Von Chur / St. Moritz nach Valposchiavo – Tirano. Ich habe es vor vielen Jahren gemacht und leider war diesmal die zeit zu kurz – jedenfalls ein atemberaubendes Erlebnis in großartiger Landschaft!

An dieser Stelle beende ich meinen Bericht, denn mir gehen schlicht und einfach die Adjektive aus!

Es war einfach großartig, ein Wochenende wie im Paradies, eine wunderbare gemeinsame Erinnerung für meine Tochter und mich.

Sommer im Vitznauer Hof 

Wie gesagt bin ich sehr glücklich, dass wir es gerade noch geschafft haben, bevor es für das Waldhotel-Team nach kurzer Pause am Vierwaldstätter See weitergeht, in DEM „Sommerhotel“, das nun den Gästen statt hoch auf dem Zauberberg eine herrliche Zeit direkt am See bietet: im Vitznauerhof (www.vitznauerhof.ch)

Ich selbst kenne es nur von der Homepage und Instagram, das reicht aber aus, um mich jeden Tag an einen der Tische direkt am Wasser zu wünschen, oder auf eine Liege, mit einem Buch und einem Drink….ihr wisst schon, Entspannung pur! Mein Mann war vor einigen Jahren da und fand es toll. Und wenn ein Oberpfälzer sagt, er findet etwas toll, dann ist es so, als hätte ich 10 x „zauberhaft, wundervoll & himmlisch“ verwendet. Es ist also WIRKLICH gut!

Der Glanz vergangener Zeiten – ich LIEBE ihn!

Der Vitznauer Hof ist übrigens auch ein altes Haus voller Geschichte und Geschichten und da wohnt es sich einfach anders, als in einer der sterilen Ketten…Habe ich schon erzählt, dass ich – obwohl wir beide in Franken lebten – meinen Mann in einem kleinen Schlosshotel kennen gelernt habe in der Nähe von Karlsbad? Wo ich herkomme? Und woher meine Leidenschaft für all den alten Glanz kommt? Und dass wir unseren ersten Kaffee im Grandhotel Europa in Prag hatten, zu Klaviermusik und jeder Menge Flair?

Ich könnte ja noch Stunden schreiben, aber ich habe ja heute keine Adjektive mehr, die sind alle in Davos geblieben…

Ich wünsche dem Ehepaar Coli, das zur Sommersaison nach vielen erfolgreichen Jahren das Waldhotel Davos und den Vitznauerhof verlässt, für die Zukunft alles Gute – ich bin sehr gespannt, wohin die Reise geht!

Bis bald! Eure Petra, die am liebsten sofort wieder die Koffer packen würde….♥

Du magst noch mehr Reisebereichte lesen? Ein paar habe ich:

Dem Käse auf der Spur in der französischen Schweiz (Schweiz)

Das kulinarische Highlight: Ottolenghi und Francis Mallman beim  Litfest in Cork (Irland)

Bei den Züchtern in Südfrankreich – das Marensin-Geflügel vor Ort (Frankreich)

Ein unvergessenes Erlebnis beim Koch des Jahres Nils Henkel auf der Burg Schwarzenberg

Burg Cadolzburg – Geschichte zum Anfassen für die ganze Familie!

Ein Tag im Altmühltal – das Blühflächen-Projekt im Naturpark Altmühltal.

Jamie Oliver in München

Gleich 4 Trips stehen in den nächsten Wochen an, also bleib dran!

 

 

 

 

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