Regional einkaufen – auf Milch-Tour in Bayern

Regional einkaufen – auf Milch-Tour in Bayern. Warum unsere Kaufentscheidung so wichtig für die Landwirtschaft und das Tierwohl ist, habe ich direkt vor Ort erfahren! WERBUNG Die „Milch-Tour“ ist eine gemeinsame Aktion von „Unsere bayerischen Bauern e.V.“ und „Milch.Bayern e.V.“, die sich für die Wertschätzung der bayerischen Milch und Milchprodukte einsetzen, was ich sehr gerne unterstütze!

Milchtour

Regional einkaufen - auf Milch-Tour in Bayern

Du hast es in der Hand

Normalerweise würde ich dir jetzt erstmal erzählen, was wir bei der Milch-Tour erlebt haben und zum Schluß ein Fazit ziehen. Aber weil mir das Thema so am Herzen liegt, möchte ich deine volle Aufmerksamkeit und falle heute gleich mit der Tür ins Haus:

Wenn ich an dem Tag in der Molkerei und beim Milchbauern etwas gelernt habe, dann das: auf zukünftige politische Entscheidungen in Sachen verbraucherfreundliche Kennzeichnung von Milch- und Milchprodukten zu warten, macht – für mich – keinen Sinn. Was beim Fleisch auf freiwilliger Basis mit der auf der Packung angegebenen Haltungsform zu finden ist, ist hier noch eine Seltenheit. Was man trotzdem tun kann? Einfach genauer hinsehen und die Produkte wählen, die sich hier – wohlgemerkt FREIWILLIG – engagieren!

Regional einkaufen - auf Milch-Tour in Bayern - Almette bei Hochland

Regional einkaufen - auf Milch-Tour in Bayern.

Ein Tag bei Hochland in Schongau

Regional einkaufen - auf Milch-Tour in Bayern -Hochland Verwaltung

Aber jetzt mal von vorne! Eingeladen wurde ich zusammen mit einer Gruppe Bloggerinnen, um mich bei der Molkerei Hochland an ihrem Standort in Schongau umzusehen und im Anschluß einen der zuliefernden Milchbauern auf seinem Hof in der Nähe zu besuchen. Hochland kennst du sicher, denn der sich seit 1927  immer noch zu 100% in Familienbesitz befindende Konzern, mit seinen 410.000 Tonnen Käseabsatz und fast 6.000 Beschäftigten, zählt zu den größten privaten Käseherstellern Europas. Zur Hochland Gruppe gehören neben den Sandwich-Scheiben und Schmelzkäse unter anderem die Marken Almette, Grünländer, Patros, Valbrie und Gervais – aber auch SimplyV, die vegane Alternative aus Mandeln.

Regional einkaufen - auf Milch-Tour in Bayern - Anlieferung und Kontrolle der Milch
Kontrolle vor der Abnahme der Milch
Regional einkaufen - auf Milch-Tour in Bayern - Milchleitungen bei Hochland
Regional einkaufen - auf Milch-Tour in Bayern Patros Käse

Der Standort Schongau ist da, wo Grünland ist. Die zuliefernden Landwirte sind in Genossenschaften und Milcherzeigergemeinschaften organisiert, vorwiegend im Umkreis von rund 40 km. Das spart nicht nur Transportkosten, sondern ist auch gut für die Umwelt. Auch bei der Auslieferung geht es um Effizienz und weniger Abgase: das nagelneue Hochregallager für bis zu 10.000 Paletten ermöglicht es, ohne externe Zwischenlager an den Handel auszuliefern.

Kamerateam
Das Kamera- und Filmteam. Den Film habe ich dir verlinkt!
Almette in der Kühlung
Das größte Almette Schaufenster - hier wird der heiss verarbeitete Frischkäse langsam gekühlt

Die Molkerei als Bindeglied

Mehr denn je sieht sich die Molkerei als Bindeglied zwischen Landwirtschaft und Gesellschaft. Das bedeutet in der täglichen Arbeit einen Spagat zwischen der Unterstützung der Bauern und der Reaktion auf das Konsumentenverhalten zu schaffen. Und das geht aktuell aufgrund der wirtschaftlichen Entwicklung eher in Richtung sparen. Nachvollziehbar, wenn man die Preissteigerungen und die Entwicklung bei den Lebenshaltungskosten betrachtet. Bei Hochland werden die bayerischen Milchviehbetriebe bei der Umstellung auf Haltungsform 3 unterstützt, um sich so gemeinsam für mehr Tierwohl einzusetzen. Inzwischen stammen bereits 40% der angelieferten Milch aus Stufe 3 der Haltungsformkennzeichnung. 

Regional einkaufen - auf Milch-Tour in Bayern Kreuzberger Hof Außenklimastall

Almette macht es vor

Mit seiner „Initiative Alpenmilch“ geht Hochland bei seiner Frischkäsemarke Almette einen neuen Weg. Hierfür wurden rund 200 Milchviehbetriebe nach den Anforderungen des DLGTierwohl Silber Standards zertifiziert: die Herstellung erfolgt zu 100% aus Alpenmilch, die extra angeliefert und auch strikt getrennt verarbeitet wird, was einen nicht ganz unerheblichen logistischen Aufwand bedeutet. 

Für die Kühe bedeutet die Zertifizierung „Außenklima“, dass sie in einem luftigen Stall mit großzügigen Wandöffnungen leben oder Zugang zu einer Weide oder einem Laufhof haben. 100% gentechnikfreie Futtermittel, viel Platz im Stall und „Kuhkomfort“ mit bequemen Liegeflächen inkl. Kuhbürsten. Das DLGTierwohl Silber Label findest du auf der Platine der Almette Produkte.

Und hier findest du mehr zu Almette und dem Tierwohl Label der DLG.

Zudem treibt die Marke sehr 2021 das Projekt „Cheese for Beet“ voran, bei dem zusätzliche Blühflächen geschaffen wurden. 

Dein Einkaufswagen kann mehr als du denkst

Wie man es dreht und wendet, darauf zu hoffen, dass der Gesetzgeber für mehr Tierwohl sorgt, ist in meinen Augen naiv. Hier spielen Wettbewerbsfähigkeit gegenüber Importen aus der EU und der ganzen Welt eine wichtige Rolle. Und nicht zuletzt die Entscheidung von jedem einzelnen beim Griff ins Regal: was gekauft wird, das wird auch produziert, so einfach ist das. Ein Beispiel? Der Bioanteil liegt in Deutschland bei unter 5%, weil diese Lebensmittel einfach nicht genug Abnehmer finden. Um so mehr sollte man regionale Produkte, deren Hersteller und landwirtschaftlichen Zulieferer FREIWILLIG mehr tun als vorgeschrieben, absolut unterstützen!

Hinter den Kulissen

Zu unserem ausführlichen fast zweistündigen Rundgang durch die Produktion bei Hochland findest du auf Instagram einen kleinen Film. Was ich sehr gut fand: die Hygiene wird wirklich EXTRAGROSS geschrieben, ich habe noch nie bei einer Besichtigung so oft meine Hände waschen und desinfizieren müssen. Und was wirklich gut ist: es arbeiten trotz modernster Technik noch so viele Menschen dort!

Regional einkaufen - auf Milch-Tour in Bayern

Regional einkaufen - auf Milch-Tour in Bayern Familie Thoma

Auf dem Kreuzberger Hof bei Familie Thoma

In den letzen Jahren ist die Zahl der Milchbetriebe in Bayern stark gesunken: im Vergleich zu 120.000 Höfen im Jahr 1990 sind es heute nur noch 20.000 Höfe, die Milchwirtschaft betreiben. Probleme bei der Nachfolge, aber auch die zunehmende Bürokratisierung und das mangelnde Ansehen des Berufes machen es den Landwirten schwer. 

Regional einkaufen - auf Milch-Tour in Bayern

Zusammen mit Norbert Holzer, dem Milcherzeugerberater bei Hochland, ging es in den Stall auf dem Kreuzberger Hof. In der dritten Generation bewirtschaftet Familie Thoma den Hof mit 70 Milchkühen und Grünland. Die Kühe leben in einem großen offenen Außenklimastall. Man wirtschaftet mit einem eher mittleren Milchertrag, das findet Hubert Thoma ausreichend und gut für seine Kühe. 

Meine Fragen an Dani und Hubert Thoma vom Kreuzberger Hof

Was liebt ihr an eurem Beruf am meisten?

„An unserem Beruf schätzen wir am meisten die Selbständigkeit, sein eigener Chef zu sein und eigene Entscheidungen zu treffen. Die Arbeit in der Landwirtschaft ist vielseitig, abwechslungsreich und sehr naturverbunden. Tiere zu versorgen und zu pflegen ist eine verantwortungsvolle und herausfordernde Aufgabe, die wir gerne übernehmen.

Das bedeutet für uns allerdings, 365 Tage im Jahr für die Tiere da zu sein, gemeinsamer Urlaub mit der Familie ist derzeit nicht machbar.In unserem Beruf haben wir relativ wenig Freizeit. Dennoch machen wir unsere Arbeit gerne und wissen die Vorteile der Landwirtschaft zu schätzen.“

Was hat sich in den letzten Jahren auf dem Hof verändert, was ist noch geplant?

„Seit der Hofübergabe 2003 hat sich unser Betrieb zu einem nie endenden Projekt entwickelt. Angefangen beim Ausbau des Wohnhauses, Erneuerung der Dächer incl. Ausstattung mit Solaranlage und Photovoltaikanlagen bis hin zum Stallbau 2009, Ausbau des alten Kuhstalls zum Kälberstall, Bau von Tiefsilos und neuer Tenne. In den letzten 20Jahren haben wir unseren Hof quasi umgekrempelt. Für das nächste Jahr ist der Bau einer Hackschnitzelanlage geplant, mit der wir unseren Hof und angrenzende Wohnhäuser mit Wärme versorgen können. Ebenfalls haben wir vor, für die Kühe eine Möglichkeit zu ganzjährigem Auslauf zu schaffen.“

Was würdet ihr euch als Landwirte von den Verbrauchern wünschen?

„Von den Verbrauchern wünschen wir uns mehr Wertschätzung, Toleranz und Verständnis für unsere Arbeit. Unserer Meinung nach ist Unwissenheit und fehlende Informationen oft ein Grund für ein schlechtes Image der Landwirte. Jeder von uns ist bestrebt, dass es seinen Tieren gut geht und in den letzten Jahren gab es im Bereich Haltungsform und Tierwohl große Fortschritte. Durch den Kauf von Produkten mit Haltungsform 3 /4 kann der Verbraucher wesentlich dazu beitragen.“

Quarknudeln Rezept

Quarknudeln aus dem Ofen

Natürlich habe ich nicht nur Infos für dich, sondern auch ein Rezept! Ich habe nämlich diese unfassbar leckeren Quarknudeln oder Nocken aus der Rezeptsammlung bei „Unsere bayerischen Bauern e.V.“ nachgekocht. Passend zum Thema, denn es kommen mit Milch, Butter und Quark gleich drei Milchprodukte zum Einsatz! Die MUSST du einfach probieren, ich meine schau dir nur das Bild an, da läuft mir schon wieder das Wasser im Mund zusammen….Ich habe die Hälfte heiß mit Zimt und Zucker gegessen und den Rest kalt – schmeckt genauso lecker! Zum Rezept geht es hier entlang, viel Spaß beim Ausprobieren! 

Mehr zum Thema bayerische Milch? Dann lies gerne meinen Artikel vom Milch-WORKSHOP 2021.

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