Blogger wird Bauer: Thema Spargel und Erdbeeren

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Blogger wird Bauer: Thema Spargel und Erdbeeren

Tag 2 von „Blogger wird Bauer“

Kinder es gibt Sirup umsonst!

Nach dem gestrigen Tag im Itzgrund auf dem Geflügelhof ging es sofort nach Abensberg. Und klar kipppt bei fast 35° C ein Laster um auf der Autobahn…beladen mit SIRUP! Vollsperrung und Sirupentfernung für Stunden, also mussten wir alle durch Bamberg durch und so war ich dann irgendwann nach 3 Stunden und dank Klimaanlage trotzdem einigermaßen frisch in Abensberg angekommen. Vielleicht kennst du den Ort, so schön und vor allem durch den Turm von Hundertwasser bekannt, der steht auf dem Gelände der Kuchlbauer-Bräu und lockt viele Touristen an.

…im Hintergrund sieht man die „Tunnel“

Spargelparadies

Kommt man also nicht wegen dem Hundertwasser oder dem Weißbier, dann sicher in Sachen Spargel! Heute morgen auf meinem Weg zum Waltl-Hof konnte ich die Höfe kaum zählen. Und all die aufblasbaren Riesenspargel….Die meisten verkaufen ab Hof und fast alle kombinieren den Anbau mit Erdbeeren. Und so war gegen 7 Uhr bereits ganz schön was los!

Der Waltl-Hof: eine Familienangelegenheit

Seit mehr als 50 Jahren baut man Spargel an, verriet mir der Seniorchef. Damals kaufte seine Schwester von einem befreundeten Bauern zum ersten Mal Spargel. Dieser hatte ihn auch als eine Art Experiment auf wenigen Quadratmetern angebaut. Er muss den Waltls wohl geschmeckt haben, denn bald begann der Hof, der vorher reinen Ackerbau betrieb und „ein paar Kühe, Hühner und Schweine hatte, was man halt so hat“ wie Herr Waltl erzählt, den Spargel großflächig anzubauen.

Die Technik kam und mit ihr wurde es leichter. Und größer.

Zu Beginn wurde der Spargel noch per Hand gepflanzt. Das Wurzelgeflecht muss tief in die Erde gebuddelt werden, eine Arbeit, die man sich heute kaum vorstellen kann. In den 80er Jahren kamen Maschinen, die nun diese Arbeit übernehmen. Auf inzwischen 30 Hektar gedeiht er auf dem besten sandigen Boden. „Es liegt also gar nicht an uns“, sagt der Seniorchef, „dass der Spargel gerade hier so wunderbar schmeckt. Die Natur sorgt dafür, ähnlich wie beim Wein.“ Neben der Maschinen auf dem Feld gibt es eine automatische Reinigung, Sortierung und – da leuchten die Augen des Seniorchefs – auch eine Spargelschälmaschine. 1994 war sie die erste in Bayern! Für nur einen Euro Aufschlag pro Kilo kann also der Kunde sich das Schälen sparen! Und das wird sehr gerne genommen, wie man sich denken kann.

Eine vertrocknetes Wurzelgeflecht eines Spargels: aus den kleinen Knospen oben wachsen die Stangen heraus, aus jeder nur eine einzige. Wird sie gestochen, ist es vorbei. Das Geflecht wächst aber und neue Knospen bilden sich.

Wie wird Spargel angepflanzt?

Das Wurzelgeflecht kaufen die Bauern zu, dieses kommt in die Erde und darf erst einmal ein Jahr vor sich hinwachsen. Im zweiten Jahr wird nur ca. 1 Woche gestochen, im dritten bereits mehr. Erst im vierten Jahr bringt er eine normale Ernte. Das Wurzelgeflecht wird unter der Erde immer größer und kann 8-10 Jahre Ertrag bringen. Danach muss neu gepflanzt werden.

Grüner und weißer Spargel

Alles eine Frage des Lichts? Nicht ganz: der klassische weiße und grüne Spargel, wie wir ihn kennen und kaufen, sind zwei verschiedene Sorten. Lässt man den weißen Spargel aber wachsen, wird er auch grün!

Daneben gibt es inzwischen immer mehr Fans vom Spargel, den man ein wenig länger in die Sonne schauen lässt: die Spitze wird leicht violett und viele Verbraucher finden ihn geschmackvoller. Ganz violett geht auch, aber diese Sorte wird auf dem Waltl-Hof nicht angebaut.

„Meine ersten zwei…“

Folien – ein Streitthema

Der Einsatz von Folien sowohl beim Spargel als auch bei den Erdbeeren wird oft kritisiert. Die Waltls sehen es so: die Folie wird viele Jahre verwendet. Sie schützt den Spargel vor Sonne, so bleibt er weiß, wie der Verbraucher ihn haben will. Und das Wichtigste? Unkraut! Würde man ihn nicht abdecken, würde man die Spargelspitzen vor lauter Unkraut gar nicht mehr sehen. Denn gespritzt wird hier nicht. Es gibt strengste Bodenkontrollen innerhalb der Erzeugergemeinschaft „Abensberger Spargel“.

Das Werkzeug: Handschuhe, Spargelmesser und eine Maurerkelle, denn der Damm muss hinterher aussehen, „als wäre man gar nicht da gewesen“!

Düngen und Bewässern?

Auf keinem der Spargeläcker wird bewässert und während er wächst auch nicht gedüngt. Der Spargel schafft es in der Regel durch die schützende Erde, auch längere Trockenzeiten zu überstehen. Gedüngt wird, wenn die Saison vorbei ist. Dann wird auch das Unkraut entfernt und alles für das nächste Jahr bereitgemacht.

Und die Erdbeeren?

Um es sich beim Pflücken leichter zu machen, wachsen die Erdbeeren hier auch auf Dämmen, die mit Folie abgedeckt werden. Durch per Hand gesetzte Löcher wird anschließend gepflanzt. Auf dem Erdbeerfeld war die Seniorchefin dabei, die die gleichen Gründe nannte: Unkraut und vor allem auch Schutz vor Schädlingen. Die Erdbeeren werden nicht gespritzt und schmecken einfach köstlich. Um die Saison früher starten zu können, gibt es auf einem kleinen Teil der Felder sogenannte „Tunnel“ – diese sorgen für mehr Wärme und eine etwas verlängerte Saison, die hier im Mai beginnt und im Juni schon wieder vorbei ist.

Erntehelfer

Viele Helfer sind es bei den Waltls, sie kommen inzwischen aus Rumänien, oft ganze Familien oder Freunde. Die Frauen ernten Erdbeeren und kümmern sich um das Waschen, Sortieren und Verpacken des Spargels, die Männer sind auf den Spargelfeldern. Und das ist – trotz des sandigen Bodens – eine knochenharte Arbeit! Ich habe es heute in der Hitze des Tages probiert und habe größten Respekt vor ihnen! All das Budeln, Stechen, den Damm wieder Zuschütten und Glätten ist super anstrengend. Dazu die Sonne und ich schätze jede Stange Spargel jetzt viel mehr als vorher….Was ist mit den Deutschen, will niemand helfen? „Am Anfang war es besser, auch bei den Erdbeeren“, sagt Frau Waltl, „da kamen oft Mütter früh für ein paar Stunden, während die Kinder im Kindergarten oder Schule waren“. Inzwischen wäre man ohne die Saisonhelfer aus dem Ausland aufgeschmissen, das sagt einem übrigens jeder, selbst die Biobauern!

Neue Ideen für die Zukunft

Könnte man rein vom Spargel leben? Sicher nicht. Und so gibt es seit 1999 noch einen Hofladen, wo man neben Spargel und Erdbeeren auch selbstgemachte Marmeladen findet, eingemachten Spargel, selbst geräucherten Schinken und so viel mehr, auch von benachbarten Bauern. Offen ist an 7 Tagen, auch am Sonntag. Viele holen sich dann den bereits geschälten Spargel schnell zum Mittagessen. Früher wurde aus der Garage rausverkauft, die Leute kamen von weit her, denn der Spargel war noch eine Seltenheit. Heute beliefert man Märkte, Gastronomie und hat auch noch 30 Verkaufsstände, bis nach Selb wird jeden Tag früh frischer Spargel gefahren! Ein weiteres Standbein der Familie ist der große Saal über dem Hofladen: nach den angebotenen Spargelseminaren und Touren wird hier aufgekocht! Ganze Busse kommen inzwischen in der Saison und verbinden das Lernen mit dem Genießen.

Und so muss man sich hier um die Zukunft keine Sorgen machen: die älteste Tochter und der jüngste Sohn machen weiter, eine dritte Generation wächst schon heran!

Morgen berichte ich dann aus Günzburg und es geht um Schweine – und Bullenmast. Und ich weiß, auch der gestrige Bericht wird kontrovers diskutiert. Bedenkt aber, ich berichte neutral und objektiv und fasse zusammen, was ich sehe. Ich bin der Meinung, wir müssten überall viel mehr hinsehen und unser Konsumverhalten und die Wertschätzung den Tieren und den Bauern gegenüber überdenken, damit sich Dinge ändern!

Morgen Mittag geht der Spargel – und Erdbeerfilm online, du findest ihn (und den gestrigen) auf der Homepage www.unsere-Bauern.de und auf der Facebookseite von „Unsere Bayerischen Bauern e.V.“.

Bis morgen! Petra ♥

 

 

 

 

 

 

 

 

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