Blogger wird Bauer: Thema Ei

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Blogger wird Bauer: Thema Ei

Tag 1 von „Blogger wird Bauer“

Heute etwas länger, aber es gab auch viel zu sehen & hören!

Die Morgenstund’….hat keinen Kaffee im Mund…

Der frühe Vogel fängt den Wurm. Und manchmal auch die ersten Sonnenstrahlen! So ging es mir heute morgen, als es um halb 6 hell wurde in meinem kleinen Hotelzimmer in Bad Staffelstein. Eigentlich viel zu früh, aber so hatte ich wenigstens Zeit auf natürliche Weise wach zu werden, denn Kaffee gab es zu dem Zeitpunkt leider noch nicht….sprich es gab eine kalte Dusche und Augenpads. Geht zur Not auch, etablieren sollte es sich aber auf keinen Fall 🙂

Geflügelhof Carl im Itzgrund

In der schönsten Morgensonne ging es dann ein paar Kilometer nach Itzgrund, wo sich der Geflügelhof der Familie Carl befindet. In zweiter Generation machen die Carls schon in Ei und was das genau bedeutet, das haben wir uns genau angeschaut. Wenn ich „wir“ sage, dann meine ich diesmal mich und ein Kamerateam, das meine Reise zum Thema „Blogger wird Bauer“ für den „Unsere Bayerischen Bauern e.V.“ begleitet. Jeden Tag gibt es ein kleines Filmchen über die jeweilige Station und am Ende der Tour nochmal eine Zusammenfassung über meine Erfahrungen bei der bayerischen Landwirten.

Aber zurück zum Ei und Herrn Carl!

Der Vater hatte bereits Hühner und so wurde der Sohn dann auch „überzeugt“….so ähnlich meinte Herr Carl, war das bei ihm, als er den Betrieb in den 80er Jahren übernahm. Als erstes verließ er den elterlichen Standort und baute im Itzgrund neu, mit Platz für bis zu 80.000 Hühner. Neu errichtet wird derzeit ein großer Bereich für die Freilandhaltung, dieser geht im Juni in Betrieb, dann sind es 5. In den bestehenden Ställen werden Eier aus Bodenhaltung produziert.

Der Kreislauf auf dem Geflügelhof

Mit 18 Wochen kommen die Legehennen auf den Hof, dann dauert es nochmal bis zur 25. Woche, bis sie Eier legen, etwa 1 am Tag, eher weniger. Die Hennen bleiben 12-13 Monate da, dann werden sie zum Beispiel zu Suppenhühnern verarbeitet. Im Stall ist es eng, die Vorschrift besagt 9 Hühner pro m². Da die Hühner zu Stress neigen, müssen sie beschäftigt werden, damit sie nicht anfangen, sich gegenseitig zu verletzen. Denn Picken gehört zum Huhn dazu. 15.000 Mal pickt ein Huhn an einem einzigen Tag, was für eine Zahl, oder? Zur Beschäftigung wird zum Beispiel eingestreut, um ihnen das natürliche Scharren zu ermöglichen. Futter und Wasser gibt es den ganzen Tag, zum Legen haben sie sogenannte „Nester“, die mit kleinen Vorhang-Planen geschützt sind. Jedes Huhn muss erst lernen, ins Nest zu legen, da es aber instinktiv einen dunklen und ruhigeren Platz dafür sucht, geht es schnell.

Eine Menge Eier kommen so zusammen

Und das sind im Augenblick etwa 65 – 70.000 Stück pro Tag, nicht nur als Frischei, sondern auch gekocht und gefärbt als „Frühstücksei“. Dafür werden auch weiße Hühner gehalten, denn diese Eier mögen nicht nur viele Verbraucher lieber als die Braunen, sie lassen sich auch leichter färben. Dass das nicht alleine Herr Carl stemmen kann, ist klar. Und so beschäftigt er 20 Mitarbeiter aus der Region im Büro, Stall und an den Pack- und Sortieranlagen.

Futter

Mehr als 9,5 Tonnen Futter pro Tag fallen an, im Schnitt 120 g pro Huhn. gefüttert wird ein Mix aus Mais, Weizen, Soja und Raps, laut Herrn Carl alles ohne Gentechnik. Der in der Region angebaute Raps für die Margarineherstellung wird gepresst und aus dem verbleibenden Rapsschrot wird Hühnerfutter, etwa 14% macht es aktuell am Futteranteil aus.

18 Milliarden Eier verbraucht Deutschland im Jahr

Auf seiner Homepage erfuhr ich, dass in Deutschland jährlich an die 18 Milliarden Eier verbraucht werden, etwa 30% davon kommen aus dem Ausland. Der größte Lieferant ist hier Holland, hier werden 2 von 3 Eiern exportiert. Große Packstellen mit bis zu 3 Millionen Eiern täglich versorgen das Ausland.

Woher kommen unsere Eier? Das ist wenig nachvollziehbar!

Und obwohl in Deutschland die Käfighaltung seit 2009 verboten ist (die Haltung in „Kleingruppen“ ist nach wie vor erlaubt), gelangen auch Eier aus Käfighaltung, vor allem aus Osteuropa, nach Deutschland. Jedes Ei muss gekennzeichnet sein: Haltungsform und Herkunftsland bis zum Erzeuger sind im Zahlencode auf dem Ei aufgedruckt: 0 für Bio, 1 für Freilandhaltung und 2 für Bodenhaltung. Aber was ist mit all den verarbeiteten Eier? Woher diese, vor allem bei Großkonzernen wie Nestle, Ferrero, aber auch bei großen TK-Konditoreien und Keksherstellern kommen, in Pulvern, Fertigprodukten oder sonstwo, wo kein ganzes Ei in der Schachtel liegt, das erfährt der Verbraucher – noch – nicht.

Der Verbraucher

Überhaupt war der Verbraucher ein großes Thema heute: eine leicht gestiegene Nachfrage nach Eiern aus Freilandhaltung ist zu beobachten, sagt Herr Carl. Und das Bio-Ei? Mir sind Kartons mit dem Bio-Aufdruck aufgefallen: diese vertriebt Herr Carl für einen Biobauern in der Region. An manchen Standorten werden sie gekauft, an andern überhaupt nicht. Und so beliefert er vor allem Märkte wie Edeka, Rewe, Norma oder Lidl „regional“.

Der Preis ist das Problem

„Schon alleine um sich die modernen Sortieranlagen leisten zu können und seine Mitarbeiter zu bezahlen, braucht es Menge“, sagt Herr Carl. 750.000 € kostet eine Sortieranlage, wie er sie verwendet. Die meisten Verbraucher sparen bei den Lebensmitteln, möchten gerne Tierwohl, aber nichts dafür bezahlen. Das ist leider die Realität auf dem deutschen Markt. Das Auto wird vom Nachbarn eben mehr gesehen, als das, was man auf dem Teller hat. Der Trend geht zwar in die richtige Richtung, aber sehr langsam.

Nach dem Legen kommt das Sortieren

Mit hochmoderner Technologie werden die Eier aus den „Nestern“ im Stall über ein Fließband aus der Halle transportiert und von Hand grob vorsortiert. In diesem Schritt werden Federn entfernt und kaputte oder verschmutzte Eier entfernt, denn Eier dürfen nicht einfach wie Kartoffeln oder anderes Gemüse gespült werden, man würde die äußere Schutzschicht entfernen und das Ei so weniger haltbar machen. Im „Crack-Detektor“ wird jedes Ei anschließend 16 x angeklickert, das dabei entstandene Schallmuster lässt auf feine Risse in der Schale schließen. Anschließend geht es auf die Waage: die Anlage erkennt und sortiert nicht nur nach den gängigen Größen von S bis XL, sondern erkennt auch, wann ein Ei zu leicht ist und vermutlich leer.

Kann man von Eiern leben?

Nur über die Menge, sagt Herr Carl. Centbeträge sind es pro Ei im Moment, die Investitionen in keinem Verhältnis dazu. Ein Freilaufstall ist maximal noch drin, dann ist Schluss. Denn die beiden erwachsenen Kinder, die haben gar keine Lust auf Hühner…

Und mein Fazit?

Im Stall ist es voll, sehr voll in meinen Augen. Für mehr Freilandhaltung – von Bio ganz zu schweigen – MUSS der Verbraucher umdenken. Ich halte es für dringend notwendig, dass man den Lebensmitteln, den Erzeugern und dadurch automatisch den Tieren mehr Respekt entgegenbringt. Und eine Deklaration verarbeiteter Produkte ist absolut nötig! Wie viele Konsumenten haben das Bio-Ei neben der Kekspackung im Einkaufswagen….Bedenkt man, wo überall Ei drin ist, muss man sein Konsumverhalten ordentlich überdenken, wenn man Prioritäten setzt!

Morgen geht es weiter nach Abensberg, es gibt Spargel & Erdbeeren! Tatsächlich bin ich schon angekommen hier in dem schönen Örtchen, sehe es mir jetzt mal an und freue mich auf das Spargelstechen! Wenn du Fragen oder Anmerkungen hast, melde dich gerne! Was ich weiß, sage ich dir, für alles andere rufe ich Herrn Carl an.

Einen schönen Abend und bis morgen! Petra ♥

Morgen Mittag geht der kleine „Eierfilm“ online, du findest ihn auf der Homepage www.unsere-Bauern.de und auf der Facebookseite von „Unsere Bayerischen Bauern e.V.“.

 

 

 

 

 

 

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