Kartoffelliebe – bei Chefkoch in Bonn

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Kartoffelliebe

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Bonn-Oberkassel.

Sagt euch nichts? Bonn ganz klar, die Ex-Hauptstadt kennt jeder. Aber Oberkassel? Was um Himmels Willen soll man da an einem Samstag machen?

Ich sage nur Chefkoch.de –  und da werden wohl  99% meiner Leserinnen sofort wissen, um was es geht. Und viele der männlichen Leser sicher auch, denn Chefkoch kennt man. Googelt man ein Gericht,  eine Zutat, einen kochspezifischen Begriff, mit Sicherheit gibt es auf dem Portal eine Antwort darauf. Die Nr. 1 der Rezept-Datenbanken, die kennt man. Und frau!

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Dass Chefkoch in Bonn-Oberkassel sitzt** wissen wohl die wenigsten, wie traumhaft Chefkochs Büroräume liegen,  wusste ich bis gestern auch nicht. An die 100 Mitarbeiter haben einen Traumblick auf den Rhein, eine Riesenterasse, eine großartige Küche – klar irgendwie – und ein Arbeitsumfeld, um das man sie sicher beneidet!

Natürlich habe ich den Weg nach Bonn nicht gemacht,  um  mir die Aussicht anzusehen, obwohl ich fast sagen muss, ich hätte es vermutlich getan, vor allem an einem  so traumhaft sonnigen Tag wie gestern….

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Chefkoch lud ein, nicht nur mich, sondern eine Gruppe Foodblogger, das Thema war die Kartoffel.

Unter dem Motto

Kartoffelliebe

gingen wir der Knolle an die Wurzeln!

Zusammen mit der Kartoffel-Marketing-GmbH, dem Blog „www.die-kartoffel.de“ und Rudi, dem Koch vom Restaurant Gilberts im Domkapitelhof in Bad Honnef verbrachten wir einen Tag voller Informationen und Ideen zur Kartoffel, wir verkosteten, schnibbelten,  schälten, schäumten, brieten und frittierten was das Zeug hält, fast hätten Sibel und ich vergessen,  rechtzeitig zur Bahn aufzubrechen.

Aber eines nach dem anderen!

Los ging es mit

Infos zur Kartoffel

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Da gibt es „keimruhige“ und „weniger keimruhige“ **Sorten,  was bedeutet, dass die eine Sorte schneller zu keimen beginnt als die andere, ganz wichtig für den Verkauf und die Lagerung. Insgesamt gibt es weltweit an die 5.000 Sorten**,  in Deutschland sind davon etwa 400 zugelassen.

Überhaupt wurde es mir erst bewusst: aufgrund der Tatsache,  dass die Kartoffel  nur einmal im Jahr geerntet wird, spielt die Lagerung eine ganz wichtige Rolle für die Erzeuger und den Vertrieb.

Unterschieden wird nach

Pflanzgutkartoffeln

Kartoffeln,  die zur Pflanzgutproduktion angebaut werden, vor allem im Norden Deutschlands in Küstennähe, da es dort ein besonders gesundes Klima gibt und es so weniger Krankheiten und Schädlinge gibt.**

Speisekartoffeln

Das sind die Kartoffeln,  die wir kaufen können, je nach Stärkegehalt unterscheidet man hier

Mehligkochend, festkochend  und überwiegend festkochend. Die dritte Kategorie bedeutet übrigens nicht, dass man in dieses Netzt alles reingepackt hat, was rumlag und was man nicht eindeutig zuordnen konnte 😉 es ist einfach eine Kategorie dazwischen!

Der Stärkegehalt wird durch das „Unterwassergewicht“ ermittelt,  dazu werden die Kartoffeln in einem Korb tatsächlich unter Wasser gewogen.**

Aber selbst innerhalb einer Sorte kann der Stärkegrad variieren,  je nach Niederschlagsmenge ist er jedes Jahr ein wenig anders.**

Industriekartoffel

Vor allem für die Produktion von Chips und Pommes angebaut. Hier sind große Sorten gefragt, aus denen man entsprechend viele Fritten herausbekommt, oder man legt besonderen Wert auf die Backfarbe, vor allem bei Chips.**

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Wie werden die Kartoffeln gepflanzt?

Die Kartoffel wächst von März bis September,  gepflanzt wird in „Dämmen“, wichtig ist, dass alle Knollen unter der Erde wachsen  – kommen sie ans Licht, werden sie grün. Das Solanin,** das sich bildet verursacht Magenprobleme,  daher grüne Kartoffeln auf jeden Fall aussortieren, kleinere grüne Stellen wegschneiden!

Das größte Problem beim  Anbau ist die Kartoffelfäule, vor allem bei Bio-Kartoffeln achtet man daher auf „schnelle“ Sorten,  die schnell Laub und Knollen bilden und schneller geerntet werden können.

Während man bei vielen anderen Zuchtpflanzen auf die Pflanze während des Wachstums einwirken kann, gibt es bei der Kartoffel wenig Regulationsmaßnahmen, da es wie gesagt nur eine Ernte gibt und das Erntegut stets unter der Erde ist.

Diese Ernte gilt es dann auch lange zu vermarkten,  bis April/Mai. Dann gibt es eine Lücke,  wo Kartoffeln zugekauft werden, bis es im  Juli weitergeht.

Der Markt ist sehr kritisch,  was die Optik betrifft, sowohl  der Verbraucher, als auch die Märkte wollen eigentlich das „Ei“  –  eine einwandfreie, gleichmäßige Schale ohne jegliche Verfärbungen, was in der Natur schwierig ist, denn die Kartoffel bildet sogenannte „Lentizellen“,  über die sie Sauerstoff aufnehmen kann, auf der Kartoffel als kleine Punkte sichtbar**.  Obwohl diese keinerlei Beeinträchtigung darstellen, stören sie manchen Kunden. Verrückt oder???

Was die Rückstände betrifft,  so sind sie bundesweit unter o,1 %, das meiste in dieser verschwindenden Prozentzahl  kommt aus den Keimhemmungsmitteln**, mit denen die eingelagerten Kartoffeln begast werden,  um nicht während der Lagerung zu keimen.

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Wie viele Kartoffeln werden angebaut?

Weltweit werden jährlich 376 Millionen Tonnen Kartoffeln angebaut – die meisten in China!**

In Deutschland gehen davon nur rund 20% als Speisekartoffeln über die Theke, der Rest sind Industriekartoffeln. Wir sind also eindeutig ein Chips- und Pommes-Land! 😉

Wichtig für uns, wenn wir unsere Lieblingssorte gefunden haben: NIEMALS im Kühlschrank lagern!  Und ein Tipp zum Kartoffelkauf ohne Brille: die grüne Banderole steht für festkochend, die rote für vorwiegend festkochend und die blaue für die mehligen Kartoffeln. Diese Einteilung bedeutet übrigens nicht den Geschmack, sondern einzig das Kochverhalten, so kann eine feste Kartoffel durchaus mehlig schmecken…aber egal wie sie kocht, gesund ist die Kartoffel auf jeden Fall!

Was ist drin in einer Kartoffel?

Auf 100 g hat sie durchschnittlich 78% Wasser, um die 15 g Kohlenhydrate, 2,1 g Ballaststoffe, 2,0 g Eiweiß, 420 g Kalium, 20 g Magnesium, 17 mg Vitamin C, 1,2 mg Vitamin B3.

Woher ich es weiß? Es  gab tatsächlich ein Kartoffel-Tasting!

Nach  Whiskey, Gin, Wein und Fleisch kann ich das nun auch abhaken! Meine Lieblingssorte ist übrigens die Isabelia!

Die Praxis

Klar waren wir nicht nur da, um gebannt den Fakten zu lauschen, als Foodies wollten wir natürlich an den Herd!

Durch den Kochkurs führte uns Rudi, der in Bad Honnef das Restaurant „Gilberts im Domkapitelhof“ führt.

Mitgebracht hat er Doraden, einen ganzen Kalbsrücken, Trüffel, Gemüse, Obst und ganz exotisch fermentierten Knoblauch und Yuzu, eine Orange, die durch die Fermentierung tiefschwarz wird. Die wurde zusammen mit der Kartoffel Sous-Vide gegart und verlieh ihr ein großartiges Aroma.

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Sous-Vide-Kartoffel mit Yuzu.

chefkoch 19Yuzu.

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Die Dorade wurde so vorbereitet, dass man sie füllen konnte,  sieht so toll aus, zeige ich euch bald ganz genau!

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Lauwarmer Gemüsesalat mit Kartoffel-Trüffel-Espuma, auch megalecker,  wird bald nachgemacht, eine Espumaflasche habe ich da.

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Zum Sous-Vide gegarten Kalbsrücken gab es einen etwas zeitlich auswendigen Kartoffel-Baumkuchen. Für einen besonderen Anlass sicher ein Hingucker auf dem Teller!

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Zwischendurch noch einen wunderbaren Mandel-Kartoffelkuchen und der Tag war vorbei – viel  zu schnell!!!

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Das  Rezept für den schwedischen Mandel-Kartoffelkuchen gibt es auf www.die-kartoffel.de. da die Kartoffeln gekocht, abgekühlt und dann gerieben werden, sinkt der GLYX. Ginge also auch Low Carb! Und der Kuchen war wirklich unglaublich gut!

chefkoch 15Lars & Jan von Chefkoch und Rudi – ein Dream-Team in der Abendsonne!

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Frankfurt? New York? Tokio? Nein, Bonn-Oberkassel, zwei Gleise. Das nenne ich mal eine ambitionierte Nummerierung! 🙂

Danke an Chefkoch.de für die Einladung, an alle Beteiligten für die vielen Tipps,  Tricks, Kniffe und Informationen, ich habe mich sehr gefreut, alte Bekannte zu sehen und neue supernette Menschen kennen zu lernen, ein runder, sonniger toller Tag in einer Location, die ich sooooooo gerne zum Arbeiten hätte!!! Und danke an den netten Kellner und das Personal des Hotels zur Post in Oberkassel! Wir hatten viel Spaß bei euch!

Dabei waren: Maja von Moey’s kitchen, Sibel von Insane in the kitchen, Theres und Benjamin von Gernekochen, Bibi von Kleine, feine Köstlichkeiten, Vanessa von Wat gibbet?, Daniela von Danielas Foodblog und Dörthe von Ars Textura.

WICHTIG!

Solltet ihr zufällig bei „Wer wird Millionär“ (oder einer ähnlichen Sendung mit einer Bargeld-Gewinnoption mitmachen und bei der Beantwortung einer Kartoffelfrage auf eine der mit **gekennzeichneten Informationen zurückgreifen, um eine Runde weiter zu kommen, erhalte ich automatisch einen Anteil am Gewinn!!!!

😉 😉 😉

Eine tolle Woche euch allen! Eure Petra ♥

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Nur noch wenige Tage, dann ist es endlich soweit!!!!

Eine Menge toller Rezepte, süß und deftig, von Brot über Pizza bis Plätzchen, Kuchen und Muffins gibt in meinem ersten Buch „Low Carb Backen aus dem ZS Verlag!!!! Vorbestellen könnt ihr es jetzt schon HIER.*
Baked Marmelade 1

Übrigens: Wenn Ihr meine Rezepte ausdrucken möchtet, ganz unten unter jedem Post ist ein kleiner Druck-Button. Hier könnt Ihr auch auswählen, ob die Bilder mitgedruckt werden sollen, oder nicht!

Gefällt Dir das Rezept? Dann teile es mit Deinen Freunden!

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Comments 5

  1. Hallo liebe Petra,

    du bist ja wahnsinnig schnell! Was für ein schöner und ausführlicher Beitrag! Da hast du ja richtig gut mitgeschrieben. Note: 1+ 😉 Der Tag war wirklich traumhaft und ich finde es immer wieder schön, wenn man auch mal in echt sieht, wer hinter einem Blog steckt. Die Location ist echt traumhaft und es macht einfach Spaß gemeinsam etwas so leckeres zu kochen. Ich freue mich, dich kennengelernt zu haben!

    Ganz liebe Grüße aus dem schönen Rheinland
    Dörthe

    1. Post
      Author

      Liebe Dörthe,
      normalerweise bin ich eher langsam mit den Berichten, aber da es am Mittwoch nach Rom geht wollte ich nicht bis nach dem Urlaub warten 🙂
      Hat mich sehr gefreut, dich kennen zu lernen!
      Liebe Grüße aus Franken!
      Petra

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